Cinematze #2
Fuckin' New Year's, right?
Hallo und herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe des Cinematze Newsletters. Seit der Premiere sind erneut anderthalb Jahre ins Land gezogen, doch ich bin guter Dinge, die Intervalle zwischen den Veröffentlichungen künftig deutlich reduzieren zu können. Denn die Devise lautet ab sofort: Weniger grübeln, planen und sich vom eigenen Perfektionismus ein Bein stellen lassen, stattdessen mehr einfach machen.
Das ganze Projekt hier bleibt aber wohl noch ne ganze Weile eine Operation am offenen Herzen. Es wird experimentiert, sich ausprobiert, at some point maybe auch mal wieder etwas in ein Mikrofon gesprochen und am Ende des Tages ist es auch irgendwie eine kreative therapeutische Maßnahme gegen die Lethargie meiner Depression.
Thanks for sticking around, it really means a lot <3
Movie Trailers
Eigentlich meide ich seit geraumer Zeit sämtliche Promo zu kommenden Releases, insbesondere wenn feststeht, dass ich mir das jeweilige Endprodukt aufgrund beteiligter Personen, vertrauenswürdiger Empfehlungen oder Festival-Hype ohnehin anschauen werde. Die daraus resultierende Unwissenheit nebst Spoiler-Vermeidung erlebe ich als absolute Bereicherung. Für den Newsletter (also für euch!) weiche ich diese Regel allerdings ein wenig auf, werde aber entsprechend nur Teaser oder Trailer posten, die ich dahingehend als unbedenklich einstufe.
Zum Jahresauftakt gibt’s erstes Bewegtbildmaterial zu einem halben Dutzend Veröffentlichungen aus 2026, die im Hause Cinematze höchstwahrscheinlich auf irgendeinem Screen landen werden.
Digger Teaser & Poster (Dir. Alejandro González Iñárritu)
The most powerful man in the world embarks on a frantic mission to prove he is humanity’s saviour before the disaster he’s unleashed destroys everything.
Viel weiß man aktuell noch nicht über “Digger”, der Zusammenarbeit von Alejandro González Iñárritu mit Tom Cruise, welcher sich offenbar im höheren Alter jenseits von Maverick und Ethan Hunt nochmal ein wenig herausfordern möchte. Gibt mir ganz starke “Birdman” Vibes, was ich nach dem enttäuschenden “The Revenant” sehr begrüße.
Disclosure Day Teaser (Dir. Steven Spielberg)
If you found out we weren’t alone, if someone showed you, proved it to you, would that frighten you?
Für einen neuen Sci-Fi-Film von Steven fucking Spielberg, lässt mich der Teaser zu “Disclosure Day” erstaunlich kalt. Aber hey, ich sehe Emily Blunt und Josh O’Connor beide sehr gerne und am Ende des Tages ist es eben immer noch ein neuer Sci-Fi-Film von Steven fucking Spielberg.
The Drama Teaser
A happily engaged couple is put to the test when an unexpected turn sends their wedding week off the rails.
Schon allein the combined hotness von Robert Pattinson und Zendaya hätte mir “The Drama” erfolgreich verkauft. Über die letzten beiden Filme des norwegischen Regisseurs und Drehbuchautors Kristoffer Borgli, “Sick of Myself” & “Dream Scenario”, habe ich viel Gutes gehört (was nach einem zeitnahen Double Feature schreit) und dann sind auch noch Ari Aster & A24 mit von der Partie.
How to Make a Killing Trailer (Dir. John Patton Ford)
Disowned at birth by his obscenely wealthy family, blue-collar Becket Redfellow will stop at nothing to reclaim his inheritance, no matter how many relatives stand in his way.
Das Regiedebüt von John Patton Ford, den kleinen, fiesen Crime-Thriller “Emily the Criminal” mit Aubrey Plaza, habe ich noch in guter Erinnerung. Offenbar bin ich da nicht der Einzige, denn für sein Nachfolgewerk “How to Make a Killing” konnte er sowohl in Sachen Besetzung (Glen Powell & Margaret Qualley) als auch Backing (produziert von A24) absoluten hot shit an Land ziehen. Das Drehbuch hat Ford ebenfalls wieder selbst beigesteuert, angelehnt an einen (mir bislang unbekannten) Klassiker aus dem Jahr 1949, “Kind Hearts and Coronets”.
Obsession Teaser (Dir. Curry Barker)
After breaking the mysterious “One Wish Willow” to win his crush’s heart, a hopeless romantic finds himself getting exactly what he asked for but soon discovers that some desires come at a dark, sinister price.
Wenn man den zahlreichen positiven TIFF-Reviews Glauben schenken mag, ist “Obsession” das neue Ding am Horror-Himmel. Regisseur Curry Barker hat sich mit dem $800-No-Budget-Horrorstreifen “Milk & Serial” (in voller Länge bei YouTube) unlängst einen Namen im Genre gemacht, da dieser zum viralen Hit wurde (an mir allerdings gänzlich vorbei ging ¯\_(ツ)_/¯).
The Odyssey Trailer (Dir. Christopher Nolan)
Odysseus, the legendary Greek king of Ithaca, embarks on a long and perilous journey home following the Trojan War, chronicling his encounters with mythical beings such as the Cyclops Polyphemus, the Sirens, and the witch-goddess Circe, while attempting to reunite with his wife, Penelope.
Chris Nolan nimmt sich einem Stoff an, der das Wort “epic” mit definiert hat. Und because it’s Nolan, wurde der Film zu 100% mit IMAX-Kameras gedreht, weshalb der Kinobesuch von “Odysseus” vermutlich mandatory sein dürfte.
The Top 10 Movies I watched in 2025
Darf man Ende Januar Mitte Februar noch Jahresbestenlisten? Who cares!
Viele Kritiker:innen sind sich einig: 2025 war ein gutes Filmjahr. Leider habe ich davon oftmals nur in der Theorie etwas mitbekommen, denn gefühlt habe ich vergangenes Jahr so wenig Filme gesehen wie selten zuvor (dazu in der nächsten Ausgabe mehr). Deshalb hat es auch gerade so für eine obligatorische Top 10 plus Honorable Mention gereicht.
Und da ich mir den Entscheidungsstress eines echten Rankings ersparen wollte (SOLL DER JETZT AUF DIE 7 ODER DOCH AUF DIE 8?!?), habe ich den pragmatischen Ansatz einer alphabetischen Aufzählung gewählt.
Black Bag (Dir. Steven Soderbergh)
“Black Bag” ist ein Spy-Thriller für Menschen, die Explosionen langweilig finden. Reduktion statt Bombast, Gespräche statt Geballer. Und dennoch Spannung bis zum Anschlag. Steven Soderbergh beweist erneut eindrucksvoll, dass er die Klaviatur des Genrekinos beherrscht wie kaum ein anderer Regisseur.
Companion (Dir. Drew Hancock)
Smartes small-scale Sci-Fi-Kino mit Substanz und subversivem Kern. “Companion” nutzt bekannte Motive als Sprungbrett für zeitgenössische Fragen zu Genderrollen und toxischer Männlichkeit. Am besten (wie so oft) möglichst ahnungslos reingehen für maximal vergnüglichen Impact!
If I Had Legs I’d Kick You (Dir. Mary Bronstein)
Mein erstes Mal Berlinale und dann direkt ein derartiger Banger! Unbequem anzuschauen, absurd komisch und emotional präzise, ohne dabei jemals ins Zynische abzurutschen. Innere Unordnung als körperlich erfahrbares Leid- und Leitmotiv. “If I Had Legs I’d Kick You” fühlt sich an wie ein ehrlicher Gedanke, der zu laut ausgesprochen wurde. Und jetzt bitte einen Academy Award für Rose Byrne, ok?
The Life of Chuck (Dir. Mike Flanagan)
Ein zutiefst humanistischer Film, der leise Großes erzählt. “The Life of Chuck” findet Magie im Alltäglichen und Schönheit im Vergänglichen. Sentimental, aber mit Stil. Melancholie ohne Zuckerguss. Und dann ist da noch diese grandiose Tanzsequenz. We contain multitudes!
Mickey 17 (Dir. Boon Jang-Ho)
Irgendwer hat “Mickey 17” als Boon Joon-ho’s “Starship Troopers” bezeichnet und besser kann man es finde ich nicht auf den Punkt bringen. Getarnt als big-budget Sci-Fi-Blockbuster, entpuppt sich das Ganze als absurd-chaotische Space-Satire, in welcher große Konzepte wie Kapitalismus, Klassismus und Kolonialismus mit grundlegenden menschlichen Fragen nach Identität und Individualität verbunden werden. Außerdem: Unhinged Mark Ruffalo FTW <3
One Battle After Another (Dir. Paul Thomas Anderson)
Ich weiß, ich habe eingangs geschrieben, mich gegen ein Ranking entschieden zu haben. Dennoch ist PTA’s Action-Epos “One Battle After Another” höchstwahrscheinlich meine Nummer 1 und ich bin sehr froh für die körperliche Erfahrung des Kinobesuchs (erste Reihe Liegesessel in der Mitternachtspremiere, yay!). Hier passt nahezu alles inklusive der möglicherweise innovativsten Verfolgungsjagd seit “Brick” sowie herausragender Schauspielleistungen all around (was Sean Penn hier macht, ist mit Worten nicht zu beschreiben). Viva la revolución!
A Real Pain (Dir. Jesse Eisenberg)
Jesse Eisenbergs Regie-Zweitling “A Real Pain” riecht nach Buddy-Roadmovie aber entpuppt sich als fein beobachtetes Beziehungsdrama und gekonnter Balanceakt zwischen Melancholie und trockener Komik. Depression, aber mit Timing. Witze, die wehtun, und Stille, die lauter ist als Dialog. Small Talk trifft Existenzkrise und der Film bleibt dabei stets erstaunlich charmant.
Sinners (Dir. Ryan Coogler)
Filme wie “Sinners” sind der Grund, warum ein Kinobesuch wohl nie ersetzbar sein wird. Inhaltlich düster, atmosphärisch und voller moralischer Grauzonen. Optisch opulent mit der vermutlich spektakulärsten und packendsten Musik- und Tanzszene der jüngeren Vergangenheit. Wirkung und Motive stehen im Vordergrund, Erklärungen und Ausformuliertes halten sich vornehm zurück. Pure fucking cinema.
Sorry, Baby (Dir. Eva Victor)
“Sorry, Baby” ist ein Film, der Zärtlichkeit ohne Kitsch findet. Schmerz wird nicht erklärt, sondern geteilt. Humor bricht die Schwere stets genau im richtigen Moment. Und dann ist da noch Eva Victor. First time writer and director, dazu noch die Hauptrolle sowas von nonchalant on-point gerockt. Are you fucking kidding me?
Weapons (Dir. Zach Cregger)
Atmospähre statt Jumpscares, nachhaltiger Grusel statt schneller Schockeffekte, innere Unruhe anstelle von äußerem Lärm. “Weapons” schreit nicht, er starrt dich an. Lange. Sehr lange. Und sehr eindringlich. All dies macht ihn zu einem Horrorfilm genau nach meinem Geschmack und zu meiner größten Überraschung des Filmjahrs 2025.
Honorable Mention: Bugonia (Dir. Yorgos Lanthimos)
Es gab Zeiten, da hätte es “Bugonia”, Yorgos Lanthimos Remake des koreanischen Kult-Klassikers “Save the Green Planet” aus dem Jahr 2003, vermutlich an die Spitze meiner Liste geschafft but I really can’t with the bleakness these days.
Aber hey, es ist Yorgos, man bekommt, wofür man bezahlt. Und das ist alles andere als schlecht, insbesondere die Darbietungen von Emma Stone, Jesse Plemons sowie dem autistischen Newcomer und Scene-Stealer Aidan Delbis wussten zu gefallen. Aber wie gesagt: It’s. Just. Too. Damn. Bleak.
Top TV of 2025
The Pitt
Ich gebe zu, ich bin bei “The Pitt” mehr als fashionably late to the Party, da ich Krankenhausserien in der Regel wenig abgewinnen kann. Abseits von “Scrubs”, versteht sich (dem angekündigten Revival blicke ich allerdings mit mehr Schrecken als Freude entgegen). Was soll ich sagen? Es hat nur eine Folge gebraucht und ich war sowas von hooked. Das Alleinstellungsmerkmal der Serie ist, dass sie eine (seeehr lange) Schicht in der Notaufnahme in Quasi-Echtzeit hautnah begleitet. 15 Stunden, 15 Folgen.
Die erste Staffel habe ich binnen kürzester Zeit weggebinged; aktuell schaue ich Staffel 2 im Wochenrhythmus. Im direkten Vergleich würde ich tatsächlich die Binge-Variante empfehlen, da diese ein noch immersiveres Erlebnis schafft und man sich fühlt, als wäre man selbst die komplette Schicht in der Notaufnahme hautnah mit dabei. Also: this ist not for the squemish! Denn in “The Pitt” wird so ziemlich auf alles draufgehalten, was man sich im Bereich der medizinischen Notfälle nur vorstellen kann.
Pluribus
“The most miserable person on Earth must save the world from happiness”
Auch “Pluribus” die neue Serie von “Breaking Bad” & “Better Call Saul” Schöpfer Vince Gilligan braucht eigentlich keine Empfehlung und war für mich – wenig überraschend – der beste Serienneustart in 2025. Ich wusste absolut nichts außer der oben zitierten, bewusst vage gehaltenen offiziellen Logline und rate euch allen, genauso unwissend reinzugehen. Außerdem: Rhea Seehorn <3
Andor (Season 2)
Ich fasse es immer noch nicht so wirklich, dass die Prequel-Serie (!) über einen bis dahin recht profil- und bedeutungslosen Charakter eines Prequel-Films (!!) zur originalen Star Wars Trilogie das möglicherweise Beste (!!!) ist, was das Universum in einer “galaxy far far away” jemals hervorgebracht hat (there, I said it).
Die zweite Staffel von “Andor” könnte zu keiner passenderen Zeit erscheinen und zeigt schonungslos den Aufstieg eines faschistischen Regimes sowie den sich gleichzeitig formenden Widerstand. Keine Lichtschwerter, keine Jedi vs. Sith-Lords, stattdessen eine beklemmend nahbare Erzählung von autoritärer Bürokratie und der alltäglichen Banalität des Bösen. Und das ist am Ende um ein Vielfaches düsterer und bedrohlicher, als es sämtliche Stromtrooper & Sternenzerstörer je waren.
Da diese Ausgabe ohnehin schon viel zu lange geraten ist, an dieser Stelle nur zwei schnelle Sachen als Rausschmeißer.
Neue Matt Gold DJ Sets
Shameless self promotion, aber wofür habe ich sonst ‘nen eigenen Newsletter…
Matt Gold's 44th Birthday @ Café Cosmo
Matt Gold @ Bargage Landau (21.12.25)
Matt Gold @ Solibeats / FΛTΛL LD (07.02.26)
Podcast-Empfehlung: House of Houmsi
Salwa Houmsi hat seit Oktober endlich wieder einen Podcast und ich habe gemerkt, wie mir diese parasoziale Beziehung durchaus ein wenig gefehlt hat. Falls ihr die Gute noch nicht auf dem Schirm haben solltet, empfehle ich euch die Episode “Das Internet stibt” zum Reinkommen, in der sie mir sehr oft sehr doll aus der Seele spricht.




















